Eine sinfonische Schwanen-Studie
Hinter den Bildern
Schwäne fotografiere ich seit über zwanzig Jahren. Anfangs waren sie einfach ein Motiv, zu dem ich immer wieder zurückkehrte. Mit den Jahren änderten sich die Bilder – und auch mein Blick auf die Schwäne. Heute interessiert mich nicht nur ihre Schönheit. Es ist diese besondere Mischung aus Ruhe, Kraft und Eleganz, die mich immer wieder zu ihnen zurückkehren lässt.
Wenn ich fotografiere, setze ich mich meist irgendwo ans Ufer und warte. Denn viel beeinflussen lässt sich dabei nicht. Die Schwäne bestimmen selbst, was geschieht. Ich kann nur beobachten, dem Licht folgen und bereit sein. Manchmal passiert lange nichts. Und dann genügt ein Flügelschlag, eine Bewegung im Wasser oder ein kurzer Blick – und plötzlich ist der Augenblick da.
Beobachten, warten, reagieren – und manchmal einfach Glück haben.
I Eröffnung
Noch liegt das Wasser ruhig. Dann kommt Bewegung ins Bild. Der Schwan richtet sich auf, öffnet die Flügel, Wasser spritzt – und aus einem stillen Augenblick wird plötzlich Energie.
Es ist der Moment des Aufbruchs. Noch ist offen, was als Nächstes geschieht.
II Scherzo
Manchmal geschieht alles in einer Sekunde. Der Schwan hebt sich vom Wasser ab, die Flügel schlagen, Tropfen fliegen – und aus Ruhe wird Bewegung.
Solche Augenblicke lassen sich nicht planen. Man kann nur bereit sein, mitgehen und im richtigen Moment auslösen. Gerade das Unvorhersehbare macht ihren Reiz aus.
III Adagio
Manche Augenblicke brauchen keine Bewegung. Der Schwan gleitet durch das stille Wasser, seine Spiegelung begleitet ihn, und für einen Moment scheint selbst das Licht zur Ruhe zu kommen.
Dann heißt Fotografieren vor allem warten. Nichts beschleunigen, nichts verändern – nur genau hinsehen und die Stille nicht stören.
IV Apotheose
Für einen Augenblick fügt sich alles zusammen. Der Schwan richtet sich auf, die Flügel öffnen sich, Wasser und Licht geraten in Bewegung – und plötzlich entsteht ein Bild, das sich nicht wiederholen lässt.
Vielleicht liegt gerade darin das Besondere: Man kann diesen Augenblick nicht herbeiführen. Man kann nur da sein, ihn erkennen – und im richtigen Moment auslösen.
I Eröffnung – Galerie
















II Scherzo – Galerie












III Adagio – Galerie




















IV Apotheose – Galerie




















